Dienstag, 9. Februar 2016

Arbeit oder: Was dir Geld bringt, das schmeckt dir

Nach einer relativ kurzen Zeit wieder da und diesmal geht es um einen großen Teil meines jetztigen Lebens, nämlich meiner Arbeit. Sie ist einfach da, um meinen Verstand normalen Leuten auszusetzen (zumindest auf regelmäßiger Basis). Gerade ist fast Mittwoch, ich bin leicht angetrunken und jemand, der sich in letzter Zeit in mein Inneres geschlichen hat, werd ich den ganzen nächsten Monat wohl nicht hören dürfen. Da bleibt ja nur mein Teilzeitjob, um innere Ruhe zu bewahren; Kommilitonen regen mich zu schnell auf.

Angefangen hab ich vor fast einem Jahr, so Ende März/Anfang April bei einer Fresskette. Damals wie heute bin ich Lieferant und mann, was das für ein "abwechslungsreicher" Job ist. Ich darf meine Stadt bei allerlei Wetter erfahren. Ich darf allerlei Situationen bei allerlei Kunden sehen: Ich sah nackte Haut, religiöse Extremisten, Normalos, häusliche Gewalt...so gut wie alles eben. Ich wurde zwar erst kürzlich durch einen nackten Transvestiten überrascht, aber hey, damit kann ich von noch weniger überrascht werden.

Das Plus an sich ist das Fahren. Das Gefühl der Straße ist kaum durch etwas anderes zu ersetzen und wenn man sich den eigenen Gedanken ausgesetzt ist, dann kann man herrlich lange und herrlich viel nachdenken. Die Kollegen sind auch ein Plus - wenn man mit jedem OK ist, dann ist das ein deutlicher Gewinn in meinen Augen. Hab anfangs versucht tiefergehende Kontakte zu knüpfen, aber ich hab sowas eh nicht drauf, deswegen bin ich mit dem OK-sein zufrieden. Und früher hatte ich öfters die glorreichen Feierabende, wo ich ordentlich Schotter als Trinkgeld zusammenkratzen konnte; heutzutage sind die Leute ja leider geiziger geworden.

Alles in allem ist dies eine ordentliche Arbeit, die vor allem durch Kunden und Wetter (aktuelles Stichwort ist Sturmböe für einen Rollerfahrer) mies gemacht werden kann oder durch einen zufälligen Unfall (den ich glücklicherweise gut überstanden habe, aber der dennoch psychologisch was bei mir änderte). Gratisessen ist relativ selten für mich drin und zusammenfassend ist dies eine eigentlich recht eintönige Arbeit, aber trotz oder genau deswegen irgendwie mein Fall: Ich muss mein Gehirn nicht überanstrengen (normalerweise zumindest) und es beschäftigt mich einerseits mit mir und andererseits auch nicht. Es ist im Endeffekt eine Hassliebe, die mal Richtung Hass, mal Richtung Liebe - seit dem Anfang allerdings eher ins Kühle abgerutscht ist durch allmögliches Firmendrama und Theater, manchmal täglich. Der WhatsApp-Gruppenchat allein liest sich wie ein Kindergarten und verschafft einem im Extremfall Krebs, aber wenn man sich die Kollegen nur an den eigenen Arbeitstagen hin und wieder und nicht alle auf einmal zurechtlegt, dann kann man mit ihnen leben. OK-Zustand eben.

Und nun, weil ich gerade so cool in der Laune bin, meine relativen X Sachen, die man als Kunde beim Lieferservice nicht tun sollte:

1. Angezogen sein

Exibitionisten sind vielleicht ganz coole Leute und in seinem Zuhause kann jeder so nackt sein wie er möchte, aber verdammt - BITTE ZIEHT EUCH AN WENN JEMAND FREMDES DA IST ! MICH INTERESSIEREN EURE BRÜSTE UND SCHWÄNZE NICHT !

2. Bestellt bitte einmal komplett

Zum Teufel verdammt, wenn ihr hungrig seid, macht keine 3 oder 5 oder auch nur 2 Bestellungen hintereinander am gleichen Tag innerhalb von einer halben Stunde ! Eine große Bestellung ist zwar nervig für Rollerfahrer, weil sie in vielerlei Fällen nicht so recht passen möchte, aber 1 Mal hinzufahren ist weitaus weniger nervig als mehrmals zu fahren.

3. Gehirn beim Bestellen einschalten

Die Speisekarte kennen, genug Bargeld haben (oder sonst bezahlen können) und ansonsten einfach mal Gehirn einschalten. Öfters gibt es kaum Hinweise auf den Aufenthaltsort, es wird sonst wo bestellt und...

4. Stoßzeiten akzeptieren

Ja, DU bist nicht der Einzige, der so zwischen 6 und 8 was haben will. Oder zum Mittagessen. Leider auch nicht kurz vor Mitternacht. Wir sind auch nicht immer 5-6 fahrbereite Leute mit Autos, es sind meistens eher 3 Leute mit Rollern, was vor allem die Geschwindigkeit begrenzt. Aber das zu berücksichtigen ist ja auch zu viel verlangt.

5. Mitternachtsmampfer

Leute, die um die Mitternacht bestellen sind mir einige der unliebsten Menschen überhaupt. Vor allem weil diese meistens 10 Minuten vor Schluss noch was haben wollen und dass am liebsten noch vor Mitternacht vor der Tür.

Mir fehlen gerade bestimmt noch so einige Punkte, aber falls noch was auftaucht, dann kommt das in einer Fortsetzung. Bis dahin versuche ich mich weiterhin über Wasser zu halten. Adios.

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