Dienstag, 1. September 2015

Der übliche Herbst-Blues

Da ein gewisser Jemand mich dazu gedrängt hat und ich mein Versprechen nicht brechen möchte (muss mich faulen Sack eh mal wieder zu nem Beitrag durchringen), gibt es nun ein neues Status-Update bezüglich meines Lebens. Selbst wenn ich nicht weiß was ich schreiben soll und es bereits nach Mitternacht ist.

Das Formale kommt wohl voran: Man hat sich durch einfaches Erscheinen, anständigen Einsatz und allgemeine Freundlichkeit erfolgreich zum angeblich besten Mann des Etablissements aufgeschwungen - dies die ersten paar Male zu hören war recht gut für das Ego, aber im Nachhinein wundert man sich schon, wie rückständig der eigene Job wohl ist. Es hilft auch nicht, dass da auch ein recht toxisches Klima herrscht, sodass Leute nie wirklich gern dort bleiben und auch noch übereinander herziehen hinter den jeweiligen Rücken. Einfach nicht sich selbst in den ganzen Sumpf reinziehen lassen und brav die Euronen verdienen.

Die Therapie geht langsam aber sicher voran. Es ist wirklich erfrischend, mit einem Erwachsenen auf einem Level über den eigenen psychischen Zustand zu reden und die Therapeutin scheint mich langsam in die richtige Richtung zu lenken, indem sie mich nicht zwangsweise ändert, aber bereits gelernte Fähigkeiten mit Situationen umzugehen teilweise auf andere Situationen zu übertragen. Zumindest nehme ich das bisher so raus. Ansonsten bleibt weiterhin erfolgreiches Ausblenden und Hineinfressen von negativem Zeug und gekonntes Rauslassen, wenn man niemand weh tun kann. Ob das objektiv als positiv zu bewerten ist sei mal dahingestellt, aber man muss erst gehen können bevor man laufen kann.

Privatleben ist ein recht interessanter Aspekt. Im letzten Monat hab ich ganze 4 (!) komplett verschiedene Frauen absolut unabhängig voneinander kennengelernt und eine hat sich bereits als Freundin etabliert...naja, wir stehen da noch am Anfang einer Freundschaft, aber bisher ist es großartig und ich versuche jeden Moment davon zu genießen. Selbst wenn es nur am Telefon sein kann dank einer guten Entfernung zwischeneinander. Die restlichen drei geben mir noch Rätsel auf, was sie mit und von mir wollen; ich nehm es einfach als eine Art Abenteuer hin (ich sei verflucht, wenn ich mir drei Trilliarden mehr Gedanken machen muss als sonst schon und hey, manchmal muss man Sachen auf sich zukommen lassen). Männertechnisch gibt es da auch jemand, der sich als möglicher künftiger Kontakt anbietet, aber aus welchem Grund auch immer scheine ich besonders Frauen anzuziehen und das hab ich wohl viel, viel arroganter formuliert als es eigentlich wirklich ist. Achja, hab noch einen alten Geist aus der Vergangenheit vergessen, der nun auch hin und wieder zurück in mein Leben drängt und so hin und wieder für etwas Chaos im Kopf sorgt. Hey, besser Chaos im Kopf als dort und im Herzen; das letztere ist ja glücklicherweise erstarrt.

Warum erwähne ich im Titel was vom "üblichen Herbst-Blues" ? Herbst ist meine zweitliebste Jahreszeit nach dem Winter und das normalerweise wegen all den bunten Blättern und einer irgendwie recht romantischen Melancholie. Es ist nicht verwerflich nachdenklich, nicht allzu fröhlich oder sonst wie nicht "gewöhnlich-unbeschwert" wie der Rest zu sein - der allgemeine Blues darf gepflegt durchs Land grassieren. Dabei fällt mir noch meine neue Chance an der Uni ein, was wieder viel Lernen und noch viel schlimmer, viele neue Leute bedeutet. Darf auch nicht die Arbeit dabei vergessen, die hier und da an den Nerven zehren kann. Achja, die emotionale Instabilität gehörte ja auch noch dazu. Stimmt, trotz aller möglichen Chancen sehe ich vor allem mögliche Fehler und weitere Niederlagen. Hoffentlich kann mich der Herbst vom Gegenteil überzeugen.

Sonntag, 14. Juni 2015

Wie man gleichzeitig tot und lebendig sein kann

Wazup ma nigahz, lang nichts mehr geschrieben und son Scheiß, das echte Leben hatte mich in letzter Zeit ziemlich im Griff. Eigentlich hat es das immer noch.

Neben der guten Nachricht, dass ich nun aktiv Geld in einem Kollektiv verdiene, gibt es zahlreiche weniger gute wie die Zukunft meines Studiums, die scheinbar ausweglose Therapie (darüber ein andernmal) und ein schleichender Zustand, dessen Auswirkungen ich in letzter Zeit mehr und mehr spüren kann - ich nenne es "das innere Vakuum". Das Gefühl, keinerlei Gefühle mehr an sich ranlassen zu können und innentechnisch tot zu wirken - falls das natürlich Sinn ergibt.

Freundschaftlich ist alles absolut tot und vermutlich irreversibel -somit fällt die Komponente schon mal weg. Alles drüber ist eh seit langem abgestorben; insgesamt ist auf der menschlichen Ebene also nichts mehr vorhanden und ich kann mich auf so ziemlich alles andere als das konzentrieren. Ich hab mal von Menschen gehört, die total einsam und alleine sind und trotzdem gut damit leben können...oder eben funktionieren. Wie sehr ich einfach nur funktionieren möchte. Klinge irgendwie wie ein abgelaufener Android mit Stromkreislaufstörungen.

Ansonsten werd ich mir alle Mühe geben, nicht vorsätzlich abzukratzen und vor allem selbst dazu nichts beizusteuern. Und wie man mit dem eisigen Vakuum in einem umgehen kann, da bekomme ich hoffentlich noch Hilfe von der Therapeutin. Leben im poetischen Sinne werde ich wohl nicht, aber zumindest im existenziellen. Das ist ja schon mal was.


Samstag, 28. Februar 2015

Mein kleines Experiment

In all den Jahren des bedingten Single-Daseins und der klaren, rationalen Entscheidung, Mutter Natur ihre Entscheidung nun mal nicht so übel zu nehmen, hab ich mich selbst besonders nach dem Januar-Zwischenfall dazu entschieden, mich in den Online-Markt zu schmeißen. Natürlich mit den Erwartungen auf Handbremse, mit dem einzigen dezenten Bild von mir (abseits dem auf meinem Stundentenausweis) und den bestimmten Hintergedanken, dies wie ein Experiment zu gestalten.

1 Mann, 1 Monat, 6 Plattformen - und ein zu erwartendes Ergebnis. Einerseits weil ich sowieso so wenig von mir denke wie es von einem Menschen möglich ist und andererseits dank den Plattformen. Aber alles der Reihe nach.
Bevor ich es vergesse: Es sind 2 Seiten und 4 Apps. Die Seiten brauchen beide zahlreiche Fragen beantwortet und man bekommt zahlreiche Vorschläge serviert und die Apps brauchen nur das Nötigste (Bild, Alter, Geschlecht, E-Mail); nur Tinder brauchte einen Facebook-Account, den ich auch prompt erstellte und den sofort auf privat stellte. Meine kurzen Notizen je nach Plattform und mit allem drum und dran:

Elitepartner.de: Ahja, für "Akademiker und Singles mit Niveau". Da bin ich ja als Student geradezu prädestiniert für sowas ! Anmeldung, Fragen, erste Vorschläge. Gut. Erstes Problem: Nur eine Nachricht als kostenloser Nutzer - für mehr muss man monatliches Abo abschließen. Dabei ist die eine Nachricht sogar keine persönliche Nachricht, sondern ein vorgefertigter, extrem vager Gruß. Mit anderen Worten: richtiger Kontakt für Nutzer wie mich unmöglich. Hatte 2 Interessentinnen. Anders als ich hatten diese Damen keine Fotos...dies kommt bei dieser Plattform recht häufig vor.

Parship.de: Parship ist so ziemlich die gleiche Geschichte wie Elitepartner, außer dass man bei der einzigen freien Nachricht wirklich das schreiben darf, was man möchte. Ich hatte sogar das "Glück", dass ich um den Valentinstag rum 3 kostenlose Premium-Tage bekam, wodurch ich Massen an Frauen anschrieb, aber nur mit einer mehr Nachrichten gewechselt habe; kam raus, dass sie bei ihrem Profil getrickst hat und man keine gemeinsame Basis hat. Hatte insgesamt 1 richtige Interessentin (eine andere Frau). Hier sind die Fotos unscharf und erst wenn das Gegenüber die Freigabe dafür erteilt, dann sieht man klar. Hier sei zumindest in meinem Fall die recht hohe Anzahl an Vorschlägen hervorzuheben - an besten Tagen hatte ich bis zu 200 mögliche Kontakte zum Anschreiben.

Zoosk: Nur das Nötigste, die Vorschläge stammen alle aus der Umgebung. Null Interessenten oder Chatanfragen oder sonst was. Wer nicht Premium sein möchte, kann Münzen kaufen und sich damit ins Rampenlicht reinhuren und gegenüber mehr Nutzern verfügbar werden. Jep.

Badoo: Eigentlich ist dies eine Freundschaftsplattform, bzw. eine, wo man "nette Leute kennenlernen kann". Wir alle wissen aber eh, wofür solche Apps genutzt werden. Ist genau das gleiche, als ob man bei Snapchat noch naive und unschuldige Gedanken entwickeln würde (zugegeben, ich hab eher an Chatroulette dabei gedacht als an Snapchat, beim letzteren fischen die Entwickler die Perverslinge noch raus). Bei Badoo gab es auch rein gar nichts. Dabei hab ich nicht mal exklusive Hobbys wie Nashörner jagen oder Ähnliches. Liegt wohl alles an der Visage.

Lovoo: Dies ist eigentlich die populärste Dating-App im Android Store und sie war auch bei mir die populärste, weil erfolgreichste; ich hatte in einem Monat 61 Besucherinnen und 14 andere Frauen haben an meinem Profil sogar Gefallen gefunden. Dumm ist nur, dass Lovoo mit einem Credit-System arbeitet - man wird also auch recht schnell dazu gezwungen, VIP zu werden, um mehr Credits zu bekommen. Um ein Profil "aufzulösen", braucht man 20 Credits, täglich gibt es aber nur 5 für das Einloggen und das wars. OK, man könnte extra aus der App heraus andere Apps laden und somit Credits dazuverdienen, was in meinem Fall aber nie funktionierte. Ich brauchte also 4 Tage, nur um eine einzige Frau zu identifizieren und selbst das brachte im Endeffekt nichts, aber dazu komme ich weiter unten. Nachrichtentechnisch gibt es den Chat und da kann man theoretisch endlos schreiben, aber nur der Reihe nach, sprich: Ich schreibe eine Nachricht und muss dann warten, wenn die Frau zurückschreibt. Dies ist übrigens nie passiert.

Tinder: Die heiß diskutierte Tinder-App, die in ach so vielen anderen Blogs und Artikeln aller möglichen Zeitungen und Zeitschriften von Männern und vor allem von Frauen getestet wurde. Als ein weiterer Mann kann ich nur sagen, dass die ganzen Sprüche mit der Äußerlichkeit wohl stimmen müssen, denn mich fand entweder keine einzige Frau auch nur ansatzweise attraktiv/ansprechend, oder es waren allesamt Frauen, die ich nicht so doll fand (weiß leider nicht mehr, wie genau der Fund-Mechanismus funktionierte). Jedenfalls gab es hier ebenfalls null bei den Ergebnissen.

Was soll ich insgesamt zu meinem recht kleinen Experiment sagen ? Ich weiß auch, dass ich ein paar Plattformen mehr hätte einspannen können, aber von denen würde ich das gleiche erwarten wie von den zwangsbezahlten - Auswahl vorzeigen und dann bei der genauen Selektion die Bezahlschranke runterklappen lassen. So nicht ! Bleibt einem Tropf wie mir wohl doch nichts anderes übrig, als resigniert aufzugeben und die Fakten so zu akzeptieren wie sie nunmal sind. Falls hier tatsächlich Frauen mitlesen, dann will ich hier statt einem sentimentalem Zusammenbruch an Worten lieber ein paar Fragen stellen (natürlich nur, wenn ihr auch diese Plattformen nutzt):

1. Warum ein Bild hochladen, auf dem ihr nicht allein drauf seid, sondern mit mindestens einer weiteren (gleichaltrigen) Frau ? Woher zum Kuckuck soll ich wissen, wer von euch ihr jetzt seid ? Ist einfach verwirrend sowas (sehr häufig bei Tinder)

2. Warum um Himmels willen zeigt ihr zuerst Interesse durch das Liken meines Profils (bzw. ähnlich wirkenden Funktionen) und schreckt dann doch zurück/antwortet nicht, wenn man euch anschreibt ? Ist ja das gute Recht jedes Menschen keinen Kontakt zu wollen, aber warum ihn dann unterschwellig den Wunsch danach signalisieren ?

3. Hier könnte ich die Frage stellen, warum man tricksen muss, nur um dann hinterher doch noch die Wahrheit zu offenbaren, aber das kann ich irgendwo nachvollziehen. Ist trotzdem scheiße für den anderen, wenn er getäuscht wird.

Schlussendlich weiß ich nicht, ob ich dieses Experiment fortsetzen werde, denn während Lovoo zumindest am Anfang etwas das Ego streicheln konnte durch die ganzen Besucherinnen, so sind alle anderen Plattformen eigentlich nur etwas wert, wenn man für sie bezahlt oder wenn man gut genug für Tinder aussieht. Hoffentlich war dieser Artikel irgendwo informativ für Leute, die entweder diese Plattformen nutzen wollen oder sich generell überlegen, mit Online-Dating anzufangen.

Das war es auch schon meinerseits.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Etwas über Gruppentherapie

Wie angedeutet wollte ich hier meine Eindrücke zu meiner Gruppentherapie niederschreiben und ja, ich bewerte Erfolge oder Misserfolge anders als manch anderer, also ACHTUNG.

Zuallererst möchte ich anmerken, dass es nicht meine Idee war, sondern die meiner Therapeutin. Schon nach einer Sitzung konnte sie mich offenbar so gut einschätzen, dass sie mir zu Gruppensitzungen riet; von Dezember bis jetzt Anfang Februar ging es jeden Mittwochmorgen in aller Frühe ans andere Ende der Stadt in einen Raum mit weiteren bemitleidenswerten Gestalten wie mir selbst. Leider alles Männer, weswegen bestimmte Aspekte wohl ausgeblendet wurden, aber immerhin alles Menschen, die sich alterstechnisch relativ nah an mir hielten, der Älteste dürfte knapp über 30 sein. Bis auf die Dunkelhaarigkeit hatten wir nur höchstwahrscheinlich die Verwirrung und Unlust im Kopf über diese Besuche.

Am Anfang fühlte es sich an als ob man als Kindergartenkind behandelt worden würde. Niemand mag es, offensichtlich von Fremden bevormundet zu werden und dann auch noch die ganzen Schlaumeiereien - nett zu anderen sein, zuvorkommend, aufgeschlossen. Ganz was Neues. War ich eigentlich immer und es hat mir nur Schmerz und Enttäuschung eingebracht. Außerdem ging es mir nie darum rauszufinden, wie man mit anderen Leuten spricht - das Faken einer nüchternen und sachlichen Unterhaltung hab ich mehr oder weniger perfektioniert. Es stottert höchstens dann, wenn es persönlich wird, aber abgesehen davon wirke ich glücklicherweise so abwesend wie der Rest. Was ich eher wissen wollte, war warum man trotz aller Etiketten zum Trotz seinen Kopf fast blutig schlagen könnte vor Verzweiflung und dem ständigen Gefühl, stets draußen zu sein.

Es wurde ungefähr ab der Mitte unterhaltsam, wo die ganzen Rollenspiele losgingen. Mit Situationen, die ich im Alltag nie habe, wie fremde Leute nach nem Ort oder so fragen. Warum auch, schließlich weiß ich ungefähr, welche Reaktionen mich erwarten und da kann ich das auch vorher selbst nachschauen. Ich weiß auch nicht, wie antiquiert diese Beispiele sind, aber Fremde unterhalten sich nun mal nicht im Bus oder Zug, Punkt. OK, je älter die Personen sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Ausnahme, aber das kommt so selten vor, dass es irgendwie in die Regel implementiert werden muss. Mich störte an dem Ganzen aber vor allem eins: Trotz einer Alibi-Relevanz und einer möglichen Verknüpfung meinerseits des Ganzen mit einem Nutzen wusste ich, dass all diese Rollenspiele eben das sind, nämlich keine echten Situationen. Beispiel: Ich werde im echten Leben nicht einfach irgendwen ansprechen, den ich interessant finde - nicht wirklich, weil ich nicht weiß, was ich sagen soll, sondern eher weil ich nun mal schüchterner Natur bin und in meinem Kopf diese Aufeinandertreffen öfter verloren habe als Team Rocket gegenüber Ash und seinen Freunden.

Gegen Ende hin gab es mehr Diskussionen und ansonsten wieder nur Rollenspiele. Besonders im Kopf ist mir ein Treffen geblieben, an dem ich den Punkt brachte, dass "richtige" Kommunikation nicht unbedingt verbal sein muss. Selten sah ich zwei Experten so geflasht von dem, was ich sagte. Vielleicht war es zu offensichtlich oder so...na gut, ich bin ja eigentlich jemand, der seine Probleme versucht verbal zu lösen. Was ist aber, wenn ein Freund scheiß traurig ist und eigentlich nur möchte, dass ich ihm zuhöre und selber meine Fresse halte ? Eben. Da helfen keine vordefinierten Sätze, keine wahnsinnig feinen Umgangsformen und ähnliches Zeug. Schätze dass man mir sagen kann, wie ich wann zu reden habe, aber wohl nicht, wann ich wie zu fühlen habe. Interessant.

Die Gruppe selbst war eigentlich bis zum Ende voll mit eigentlich netten Typen, von denen ich bis zum Ende genauso wenig wusste wie sie von mir. Uns verbindete halt die soziale Inkompetenz schätze ich, ansonsten könnten wir kaum anders sein in so ziemlich allen Belangen. Es gab bis zum Schluss öfters Unlust an Rollenspielen teilzunehmen und als sie stattfanden, gab sich der Rest die allergrößte Mühe, nicht lachend umzufallen. Nicht aus Respektlosigkeit, sondern weil es halt irgendwie merkwürdig ist, die Realität mit Leuten zu simulieren, bei denen man sich jeden möglichen Fehler erlauben darf. Leben ist aber nicht so. Im Leben kann man sich eigentlich kaum solche Fehler leisten. Wurdest hier abgeblitzt: Und wenn schon, er hat es dir schwer gemacht, aber deine Formulierungen waren toll und so. Wurdest im echten Leben abgeblitzt: Versagt du Verlierer und nun sieh zu, dass du zurück in deine dunkle und abgeschiedene Ecke findest. Erdböden tun sich ja nicht von nichts auf in diesen Gegenden, also fällt das als Möglichkeit weg.

Zusammenfassend kann ich also sagen: Ja, ich hatte irgendwo meinen Spaß und ich verstehe vielleicht einfach nur nicht ganz den tieferen Sinn hinter meinem Besuch dort, aber im Endeffekt sind das nur Simulationen in meinem Kopf gewesen. Simulationen dieser Art hab ich im Kopf reichlich und das für jedes nur erdenkliche Thema. Dumm nur, dass das Leben nicht bloß eine Simulation ist, sondern...naja, echt eben. Keine zweite Chance bei rein gar nichts, kein Ereignis kann so einfach hingebogen werden, zumindest nicht in meinem Leben. Entweder Sachen passieren oder sie tun es eben nicht.

Da ich meinen Einzeltermin erst in zwei Wochen haben werde, gibt es nächste Woche mal etwas zu einem ganz anderen Thema. Ansonsten habe ich gerade ein kleines Experiment am Laufen, um meine These zu überprüfen und die erste Auswertung davon dürft ihr bereits im März lesen. Geht über ein großes Thema denk ich und ist vermutlich komplizierter als ich es anfangs dachte. Bis zum nächsten Mal und danke.

Samstag, 31. Januar 2015

Freundschaften in der Depression

Jau, da bin ich wieder. Am Ende meiner Gruppentherapie angelangt (darüber nächste Woche) und am Anfang meiner Einzelsitzungen plus Unistress plus Privatlebenstress plus generell Stress - wenn ich gerade Menschen ertrage und diese mich, dann ist das immer eine wahnsinnig irre Sache. Besonders viel denke ich dabei aber vor allem an die Mitmenschen, die mich "Freund" nennen. Jetzt nicht Freund im Sinne von Pultnachbar, Labornachbar oder sonst jemand, der mal eben aushilft - tatsächlich Leute, die meinen, Kontakt mit mir wäre wünschenswert und gemeinsame Zeit wäre irgendwo wertvoll. So ein Gedankengang hat mich schon eine sehr lange Zeit fasziniert.

Ich denke ich bin da nicht sonderlich originell, wenn ich sage, dass Depressionen scheiße sind. Rein oberflächlich und so. Aber in all den Jahren hab ich mir auch immer nicht nur gedacht, wie scheiße es mir geht, sondern den mir nahestehenden Leuten. Am besten wäre es vermutlich jemand von diesen nahestehenden Leuten diesen Beitrag schreiben zu lassen, aber es gibt da eh nur eine Freundin, die darüber am längsten weiß und die ich mir auch als Paradebeispiel nehmen werde.

Fast 3 Jahre alt ist diese Freundschaft, plus minus paar Monate. Sie wusste es nahezu von Anfang an...und blieb. Trotz der Entfernung, trotz verschiedener Weltsichten, trotz aller Gemütszustände...sie blieb. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie sie das aushält oder ein anderer Freund beispielsweise. Könnte man am Anfang noch irgendwie sagen "Ja, ich weiß ja, dass du so und so sein kannst, aber das bist ja nicht wirklich du" ist es mittlerweile "business as usual". Dass das Gegenüber sich dran gewöhnt hat, dass ich keinerlei Pärchenscheiße von mir geben kann oder wie geil die Party von Freitagabend war oder wie toll alles doch ist im Allgemeinen. Keinerlei Positives und stattdessen nur trübe Gedankengänge, die ich mir kaum selber antun kann, geschweige denn Freunden.

Ist es eigentlich möglich, eine Freundschaft zu erhalten, wenn man selbst mittlerweile so bitter, depressiv, endtraurig und scheinbar unrettbar ist ? Die meisten meiner Bekannten/Freunde wissen gar nichts von der Depression oder kriegen diese gar nicht erst mit - was mach ich aber beispielsweise mit der Freundin, die schon immer darüber wusste und so langsam absolut nachvollziehbar keinen richtigen Nerv mehr dafür übrig hat, ihr Leben durch meine Beteiligung schwärzen zu lassen ?

Ich hatte ja mal jemand anders erwähnt, die sich Anfang letzten Jahres von mir loslöste, weil ich zu bitter geworden bin. Weil es so einfacher ist. Wir beide waren zusammen krank; sie physisch und ich psychisch. Es ging scheinbar. Nun steht mir aber gegenüber eine eigentlich gesunde Person, die in einer komplett anderen Welt als ich zu leben scheint. Einer Welt, die für mich stets unerreichbar blieb und dies auch wahrscheinlich weiterhin tun wird. Und vermutlich bin ich da nicht allein mit dieser Vermutung.

Am Ende möchte ich nur noch eins anmerken: Ich schätze Menschen, die sich Mühe mit mir geben. Wenn sie nicht versuchen zu verstehen, warum ich so denke wie ich denke, dann dass sie wenigstens ein Ohr für mich haben. Vielleicht nicht immer, wann ich es will oder brauche, aber sie sind dennoch da und gehen nicht weg, sie machen es sich nicht einfach. Das werde ich von meiner Seite aus ebenfalls nicht. Wenn nicht für mich, dann eben für sie alle. Insofern ein riesiges Danke an jeden, der sich mal eben die Zeit und Mühe gibt das zu hören, was er eigentlich nicht hören will - es aber tut, weil es dem anderen womöglich hilft, dass ihm mal jemand zuhört und für ihn da ist.

Sonntag, 11. Januar 2015

Crazy Stupid 2014

Da ich mich wieder bei diesem Blog fangen will (und wohl gerade die richtigen Worte im Kopf habe), mache ich hier mal einen kleinen persönlichen Jahresrückblick von meinem 2014 und warum ich versuche, jeglichen Fick auf ein gutes 2015 zu geben.

Januar war schon mal ein solider Anfang, denn dann begann die Entfernung von jemand, den ich mal beste Freundin nannte. Fuck yeah, gib mir all die Probleme von dir, all deine kaputten Beziehungen, all deine Familienscheiße und ja, lass mich dir auch Zeug ausgeben - aber wehe ich komme mit meinem Depressionsmist...naja, im Januar war es noch angespannt, offiziell hat sie den Kontakt erst im Frühling abgebrochen. Ich war zu bitter geworden, gut zum Zuhören, aber kann nicht gerade mit den allertollsten Erfolgserlebnissen prahlen. Nutzloser und wertloser Abfall. Whatever.

Februar. Ein Mädel kommt in mein Leben, sie kannte ich noch vom Gymnasium und wir hatten eine etwas komplizierte Vergangenheit. Mir egal, ich war zu naiv, gab zweite Chance. Dann plötzlich auch kompletter Kontaktabbruch. Warum ? Darum. Das ist die Antwort, die ich auf so vieles in diesem Jahr anwenden könnte. Aber hey, ich war mal wieder ein guter und verständnisvoller Zuhörer, wenigstens scheine ich dafür gut zu sein. Gut, damit man mit mir kurz spielt und hinterher wegwerfen kann.

Der Frühling wurde kaum besser, denn ab da verlor ich nicht nur die angeblich beste Freundin, sondern auch den besten Freund. Ich war allein. Ich irrte in meinem Kopf herum. Alles finster, stockdunkel und kalt. Allein. Einsam. Ich denke wieder öfters daran, einen Schlussstrich zu ziehen, diesmal für das Leben.

Sommer. Wieder eine kurze Bekanntschaft. Wieder ist alles scheinbar OK, doch dann wieder Flucht per Kontaktabbruch. Ich stelle dumme Fragen, auf die ich keine Antworten bekomme. Mein Selbstbewusstein ist Limbo-Weltmeister und auch sonst bin verloren. Verloren in der Welt, verloren unter Menschen, verloren mit mir selbst. Ich will mich und andere langsam nicht mehr. Stehe vor einer Ziegelsteinmauer voller Fragen, deren Antworten ich nicht kenne oder einfach nicht verstehe. Es fehlt nicht viel bis zum Schluss.

August. Ich bekomme Besuch von einer guten Freundin vom anderen Ende Deutschlands. Es ist wie beim Ertrinken und man schnappt endlich frische Luft. Sie ist einfach nur eine Freundin und behandelt mich wie einen Menschen. Irgendwie holt sie mich ganz alleine aus mir raus, sie zeigt mir, was Freundschaft ist. So reale. So wie ich sie bisher nur in unzähligen Filmen und Serien kenne, nie im Leben. Ich kann den Wert dieser halben Woche nicht in passenden Worten aufwiegen, außer: Es ist vermutlich die beste halbe Woche meines Lebens. Als sie wieder wegfährt, zieht sich alles in mir zusammen. Es liegt Endgültigkeit in der Luft. Na danke schön Erfahrung.

Herbst. Ich kann langsam nicht mehr. Immer öfter Zusammenbrüche und Kopfschmerzen. Meine Depression treibt mich immer öfter in die Ecke, aus der ich nicht entkommen kann. All die wirklich schlimmen Gedanken kommen wieder öfter vor. Nach meinem Geburtstag ziehe ich die absolute Notbremse und trete einen Neuanfang an. Bald soll meine Therapie beginnen, vielleicht wird es dann besser. Ich lerne ein paar neue Leute kennen und muss bisher nicht mit negativen Konsequenzen rechnen. Auch so eine Erfahrungs-Sache.

Dezember: Ein Mädel kommt in mein Leben. So ungefähr mein Typ schätze ich, nur sehr still, aber fuck, ich regel das schon. Trotz so ziemlichen allen offensichtlichen Sympathiezeichen und einen Steinwurf von einer ernsthaften Beziehung entfernt, huscht sie wieder raus aus meinem Leben, aber das erfahre ich erst Anfang Januar im nächsten Jahr. Dezember darf ich noch hoffen und gut drauf sein, wenn man mich drauf anspricht. Ich muss Jobs hinterherlaufen, denn...genau, darum. Einfach nur darum. Ist eh die beste Antwort auf so ziemlich alles in diesem Jahr.

Was erhoffe ich mir vom Rest-2015 nach etwas mehr als 11 Tagen ? Endlich mal Freundschaften, bei denen ich mir sicher sein kann, dass diese auch wirklich Freundschaften sind ? Dass ich das, was meine jetztige beste Freundin für mich tat, irgendwie zurückgeben kann, so vielleicht mal ne Million oder lieber doch ne Trilliarde ? Mal wieder blind ein Mädel in mein Leben treten lassen, ihr mal einen oder zwei gute Abende schenken und dann kann sie sich doch wieder sicher sein, dass sie an so jemand wie mir niemals auch nur ansatzweise interessiert sein wird ?

Es ist lächerlich, aber ich will mal Stabilität und Normalität im Leben. Kein Bullshit, der mich wieder an meine Grenzen treibt. Das mit der Therapie durchziehen, um zu verstehen, warum ich andere nicht verstehe. Will ich glücklich werden ? Es muss nicht gleich die Hollywood-Version sein, die örtliche Theater-Vorführung-Variante reicht mir persönlich auch schon. So fürs Erste.