Dienstag, 29. November 2016

24 oder warum ich eventuell mit diesem Blog aufhöre...vielleicht

Mein fauler Arsch hat mit halber Absicht diesen Beitrag abgewartet, um es wenigstens thematisch richtig zu machen, so mit ungefähr 4 Wochen nach meinem Geburtstag...und an den einen Typen der mich in einer Mail vor einer Ewigkeit anschrieb: Sorry, ich komme leider nicht so gut mit Fanpost zurecht.

Ich bin vor ner Weile ein Jahr meinem Tod näher gerückt. Kein wirklich charmanter Gedanke, aber die eigene Bitterkeit und Kälte brauchen nicht mehr lange, um einen voll angepasst an die große Welt da draußen zu gestalten. Und dann kam...sie.

Man kennt sich per PSN, hat mal zusammen gezockt, was geschaut und vor allem ordentlich geredet. Irgendwann trafen Worte mehr als nur auf Ohren. Irgendwann durften die Worte einfach nicht reichen. Irgendwann reichten die Stimmen nicht mehr.

Beim Rest genießt der Gentleman und schweigt mit nem Lächeln. Ja, sie ist eine so wunderbare Bereicherung für mein Leben, dass ich beim Gedanken an sie auch mal lächeln kann. Wir nehmen uns gegenseitig den Druck und bauen gerade fleißig an dem "wir"...keine Ahnung wie weit wir damit kommen, hoffentlich so weit wie es geht. Gäbe es nicht die Entfernung, so würde wirklich nicht viel fehlen, damit ich von einem "glücklichen" Zustand sprechen würde.

Dank ihr seh ich einfach nicht mehr viel Sinn, Gedanken auf einen Blog zu spucken. Deswegen werde ich ihn eventuell irgendwannmal löschen.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Selbsthass

Hi erneut,

ich bin gerade vor allem im Prüfungsstress. Stress ist dabei nicht ganz richtig, denn obwohl ich mir sehr viele Gedanken drüber mache, so fühle ich mich nicht direkt unwohl. Jedenfalls nicht wegen den Prüfungen, eher wegen der Menge an Leuten drumherum, die sind der wahre Grund für Panikattacken und Kopfschmerzen.

Dies ist irgendwie ein Versuch etwas zu verarbeiten, bzw. eine weitere negative Seite meinerseits zu zeigen. Mal anders als andere Leute nicht zuerst das Beste hervorheben. Wobei ich schon bei den anderen Menschen wäre.

War nie der Sozialste, wohl eindeutig introvertiert. Bisher ist eigentlich so ziemlich jede Freundschaft und jeder Kontakt total gescheitert und ich hab viele Fragen. Aber erst der letzte Fall brachte mich buchstäblich um den Schlaf, was mich physisch und psychisch absolut kaputt machte und immer noch macht zu einem gewissen Grad (wenn es auch besser geworden ist). Hab ich damit abgeschlossen ? Rein technisch schon, aber ich kann die letzten nagenden Fragen einfach nicht verjagen, die holen mich immer wieder ein und foltern mich mit ihrer Präsenz allein.

Jedenfalls geht es um ein Mädel, mal wieder. Bevor irgendwas in den Raum geworfen wird - ja, sie sah eigentlich recht gut aus, aber ich war nur an einem Kontakt interessiert, den ich dann eventuell zu einer Freundschaft ausbauen würde. Ein tolles Treffen mit Alkohol an einem Abend gehabt. Fein. Dann hin und wieder Kontakt in der Uni. Fein. Dann kurz vor dem zweiten Treffen eine Absage mit der Begründung, dass es ja angeblich dann ein Date wäre und sie keinerlei Interesse an Dates hat. Und seitdem absolute Ablehnung und Desinteresse.

Hab ich sie zugespammt mit Nachrichten ? Nein. Hab ich sie mit Komplimenten überschüttet ? Nein. Hab ich ihr Präsente gemacht ? Nein. Gab es Serenaden, Gedichte oder sonstige Sachen ? Nein. Nichts meinerseits, was auf romantisches Interesse hindeuten könnte. Ich verstehe es einfach nicht. Ich mein wenn es an meinem Aussehen liegt komme ich absolut damit klar, ich bin da nicht verblendet und weiß dass ich wohl kein Accesoire für eine Frau in der Hinsicht sein werde. Selbst wenn...ich könnte die Wahrheit viel besser ertragen als einfach nur Stille. Egal ob es an meinem Aussehem, Art oder sonst was liegt. Vielleicht doch nicht an mir. Vielleicht gibt es ja plötzlich einen Macker, der übelst eifersüchtig ist und dem einer abgeht, wenn seine Chica mit einem anderen Typen unterwegs ist.

Warum dann immer wieder Mädels werdet ihr fragen. Gute Frage übrigens. Macht eigentlich keinerlei Unterschied im Prinzip, denn es gibt da die gleichen Ergebnisse...ich persönlich kann einfach wohl leichter mit Frauen reden, weil sie meistens über eine größere Themenvielfalt verfügen; mit Männern fühle ich mich meistens beschränkter und somit leichter gelangweilt, wenn die 1-3 Themen komplett ausgereizt sind. Problem bei den Mädels ist bei mir aber, dass jeglicher Reiz flöten geht sobald sie den Mund aufmachen und reden...irgendwie merkt man bei solchen Menschen einfach nur, dass das Alter wirklich nur ne Zahl zu sein scheint, denn vom Gefühl her fühlt man sich dann wie so ein richtig dreckiger Pädophiler unter Kindergartenkindern - nur geilt mich das nicht auf, sondern verekelt einen weg. Jaja ich und meine Gedanken, meine verschissenen nie abzustellenden Gedanken. Aber so ist es.

Vielleicht bin ich zu arrogant. Oder zu überheblich. Oder einfach unpassend als Menschenfreund. Das ist ein ständiger Teufelskreis vom immerwährenden Versuch, irgendwelche Kontakte zu knöpfen, grandios und mysteriös zu scheitern, dem nächsten möglichen Kontakt gegenüber 10 Mal mehr so vorsichtig zu sein wie früher und dann wieder scheitern und wieder 10 Mal vorsichtiger sein und so weiter und sofort. Immer die Realisierungen, dass man selbst einfach nicht bei der eigenen Altersgruppe ankommen kann; dass man langsam immer mehr Ablehnung gegenüber Menschen allgemein entwickelt; dass man einfach nur weitermacht um weiterzumachen; dass die eigene Zukunft nicht nur ungeschrieben, sondern einfach schwarz ist und man buchstäblich an einer kurzen Leine enden könnte.

Purer Selbsthass eben. Und gäbe es da nicht eine bestimmte Freundin so würde er mich wohl viel schneller verschlingen und wie einen Kirschkern ausspucken. Ich weiß nur nicht wie lange ich das noch so halten kann mit mir selbst. Es ist wie ein langsames Abschlittern in den Wahnsinn und ich hab keine Angst davor. Eher Angst jemand Wichtiges mitzuziehen oder dadurch zu verletzen. Die eigene Unsicherheit verschwindet ganz sicher nicht indem man als Person dauernd entwertet wird durch Personen wie ich sie oben beschrieb. Oder durch den Job (dazu bald ein weiterer Post). Unmöglich für mich, mich selbst ständig besser als das zu sehen, was ich als Spiegelbild in den anderen wahrnehme.

Dienstag, 7. Juni 2016

Mein erstes Mal.

Vorneweg: Es geht nicht um den ominösen und zu magisch-epischen Ausmaßen aufgeblasenen Mythos rund um den allerersten Geschlechtsverkehr, das Thema ist leider viel miserabler als das.

Ich habe ernsthaft die Gefühle eines Menschen verletzt, einer Frau, einer Freundin, die entgegen allerlei mathematisch komplexen Berechnungen meinerseits ernste Gefühle für mich entwickelte. Und ich war absolut unfähig, diese rechtzeitig anzusprechen und zu bremsen und eskalierte sie stattdessen, nur um sie dann mit der Wahrheit zu erschlagen. Wenngleich man nie einander das Extremste beichtete, so hatte ich schlichtweg nicht die Eier, den Stecker sofort zu ziehen. Mein fehlendes Wissen entschuldigt mich dabei keineswegs.

Niemand gibt es gerne zu, aber jeder stellt sich hier und da mal vor, besser als andere Menschen zu sein, egal auf welche Weise. Als ich immer wieder verletzt wurde dachte ich, dass ich besser sein werde als diese Menschen. Dass ich moralisch drüber stehen kann, aber dieser Zwischenfall zeigt mir mal wieder, wie fehlerhaft und miserabel man sein kann. Man saugt so viel Negativität, so viel Bitterkeit, Pessimismus und andere Scheiße auf, bis diese Scheiße sich auf andere ergießt und das sind leider meistens die, die einem nah und wichtig sind.

Ich kann es nur jedem wünschen, dass er/sie diesen Fehler nicht macht. Leider musste ich auch diese Lektion am eigenen Leib erfahren.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Mein dunkler Begleiter

Kennt ihr die Show "Dexter" ? Die eine mit dem genialen Michael C. Hall in der Rolle eines Forensikers in Miami, der nebenbei Verbrecher zerhackt ? Genau die. Bin kaum bei der Hälfte der Serie und hab es geschafft, mir das Ende nicht spoilern zu lassen, was in der heutigen Zeit des Internets nicht gerade einfach ist. Jedenfalls spricht Dexter öfters von einem "dunklen Begleiter", seinem Drang nach Mord, den er dank dem Kodex seines Stiefvaters (nahezu) ausschließlich gegen Verbrecher einsetzt. Sobald er erwähnt wird, spielt melancholisch-nachdenkliche Musik und man fühlt sich dem entsprechend. Wie schlage ich jetzt wohl eine Brücke zu meiner Depression ?

Sehr einfach - ich hab meine Depression seitdem genauso getauft wie Dexter seine Mordlust. Wenngleich ich nicht ernsthaft Mordfantasien habe, nur kleine Rachefantasien (dazu in einem anderen Beitrag mehr), so holt meine Depression das Beste und das Schlimmste aus mir heraus - ich werde viel nachdenklicher, ruhiger/leidenschaftlicher (keine Ahnung wie), kalkulierter, ehrlicher oder auch emotionsloser, verletzlicher, kleiner mit Hut, suizidanfälliger. Ich hab seit ich auf eine weiterführende Schule kam schon immer einen viel dunkleren Teil in mir besessen; nach all den Jahren ist er nur immer weniger entfernt von mir geworden, während ich immer bitterer und zynischer wurde. Wenn man sozial nicht gerade der Beste ist, so hat man immer noch sich. Selbstgespräche waren früher häufiger und heute häufen sich die Debatten im Kopf über viele Themen. Zu viele. Ein ständiger Krieg mit sich selbst, der am besten mit totaler Selbstliebe und Selbstaufgabe zugleich endet. Es paralysiert.

Ich kenne Leute die das Positive an meiner Depression nicht verstehen, mir sagen: "Rudolf, du brauchst keine Depressionen um überlegt zu sein oder viel nachzudenken oder was auch immer für Eigenschaften du ihr zudichtest". Mag sein. Ich schließe niemals Möglichkeiten für immer aus; ich handle recht selten in Absolutismen. Und dennoch, es ist so als ob die Depression mir "half", den Großteil, wenn nicht die gesamte Pubertät zu überstehen. Ich fand Gefallen daran, mich innerlich zu zerfressen und zu zerstören, während die Depression die Außenwelt für mich zugänglicher machte. Es war wie eine Flucht mit sadomasochistischem Hintergrund, denn das süße Gift der Depression schmeckt halt süßer als die bittere Wahrheit, dass Leute immer wieder aus dem eigenen Leben treten und sich nicht mal verabschieden. Ich hasse sowas und versuche daher niemals selbst möglichst lautlos zu gehen - nicht, dass ich dann den größten Knall verursachen möchte, aber das andere Extrem finde ich feige.

Die Depression mag den Selbstwert nicht gerade heben, aber sie senkt für einen den Gegenwert auch zu nem Teil. Da draußen in der Welt, egal ob ich es mit Kunden oder Komillitonen zu tun habe, sie sind alles zufällige Variablen für mich, keinerlei Konstanten und ich hab mich daran gewöhnt, mich damit abgefunden. Ja, es gibt immer wieder Menschen von draußen, die einem den gegenteiligen Eindruck vermitteln möchten und im seltensten Fall für ne längere Zeit bleiben und im besten sogar kurzzeitig meinen dunklen Begleiter ruhen lassen, aber ganz weg kriegen tun sie ihn alle nie. Er ist immer im Hintergrund und lauert, wartend auf den nächsten Moment in dem er gebraucht wird. Aber er darf nur mir weh tun und niemand anderem.

In gewisser Weise ruft er aus mir den damaligen 13-jährigen Jungen hervor, der stark enttäuscht davon war, dass seine Erziehung und sein Wissen ihn bei Menschen nicht weiterbrachten, nur weil er einen witzigen Namen und einen Hauch von Akzent hatte. Eine Dekade später hat sich nichts dran geändert, höchstens der Akzent ist jetzt kaum zu hören. Erste-Welt-Probleme wie diese sind recht lächerlich, wenn Menschen tagtäglich hungern und sonst wie noch leiden. Aber das Herunterspielen einer Depression gehört auch zu ihr, so irgendwie. Eine abgebrochene Therapie später frage ich mir immer noch Löcher in das Hirn, anstatt diese durch Kugeln zu verursachen, damit wäre mir ja auch mies gedient.

Eine der größten Fragen bleibt für mich immer noch was mit dem dunklen Begleiter passiert, sollte ich wie durch ein Wunder viele kleine soziale Kästchen mit "JA" ankreuzen: Bleibt er, taucht er unter oder verschwindet er ganz ? Bin ich dann innerlich leer ? Geht dann nicht ein Stück dessen, das mich zu dem machte was ich bin ? Und wie immer kenne ich die Antwort auf keine und mehr solcher Fragen, die mir hin und wieder Kopfschmerzen bereiten. Selbstreflexion ist immer spaßig wie man liest. Und bis ich die Antworten auf diese und viele mehr Fragen finde, lasse ich mich weiterhin mit dem dunklen Begleiter ein. Er war schließlich eine der stabilsten Konstanten meines Lebens.

Samstag, 14. Mai 2016

Von Siegen und Niederlagen

Jo ich bins wieder,

es ist nun etwas mehr als einen Monat in das neue, zweite Semester rein. 2. Semester an der Uni. Mein früheres Ich hätte nie gedacht, dass es mal schafft, soweit zu kommen, dass ich es wert bin...und doch bin ich hier, hab die Prüfungen gepackt, vor allem eine mit einer erstaunlich guten Bewertung und einem Kompliment, das immer noch im Inneren wiederhallt. Wie das nunmal so ist bei einem Jemand, der sowas nicht sehr oft (eigentlich nie) von Fremden hört. Es ist generell immer witzig, wenn man mit Erwachsenen besser klar kommt als mit Altersgenossen...andererseits bin ich ja dem Alter nach wohl auch schon erwachsen; naja fast.

Depression ist so eine Sache, jeder hat seine Auslegung wie und wo sie einen belastet. Und dieses Mal schreibe ich kurz ein paar Gedanken zu Siegen und Niederlagen und wie der stille Begleiter einen nie loslässt. Dieser Satz ergab keinen Sinn.

Dank meiner Familie (besonders meinen Eltern) hab ich schon früh kompetitiv zu denken gelernt - Wettbewerbsdenken sei aber nicht komplett negativ aufzufassen, man soll sich immer wieder steigern können. Man muss einfach nicht aufgeben und weitermachen, man selbst sein, gewinnen/weiterkommen und dennoch alles um einen mitnehmen - kann ich aber nicht. Ich sehe keinerlei Interesse darin, mit meinen Altersgenossen in der Uni zu interagieren, fühle mich durch sie zurückgehalten/genervt/isoliert und arbeite am besten allein, für sich - mit einer Blase um mich herum und keiner darf rein. Ich bin einsam mit meinen dunklen Gedanken und darf mich allein zerfressen und nach fast 15 Jahren kann ich nicht anders als mich daran zu ergötzen, dass es mich fertig macht. Dass mein Verstand langsam immer mehr entgleitet. Dass ich an manchen Tagen/in manchen Momenten meinem eigenen Wahnsinn in die hässliche Fratze starre und ihn nicht mehr so fürchte wie früher.

Ich mag universitätstechnisch gewinnen, da ich genau das gebe, was von mir verlangt wird, manchmal sogar mehr. Auf der Arbeit gebe ich auch das Nötigste. Aber menschlich bin ich am Verlieren und das nimmt mich viel mehr mit. Keine Rolle reicht für die Menschen aus; der Tankstellenwart sagte heute spät nachts zu mir, dass Menschen "sehr seltsam" sind. Sind sie. Man kann nicht echt sein mit den Menschen, ich verstehe sie nicht mehr. Das Kranke ist nicht, dass ich sie nicht mehr verstehen/erreichen kann, sondern dass ich mir nicht sicher ist, ob ich es überhaupt noch will. Und das könnte meine größte Niederlage sein. Was mich aber auf diesen zweifelhaften und psychologisch fragwürdigen Weg gebracht hat...wird im Detail in einem anderen Blogpost vorkommen.

Danke fürs Lesen.

Dienstag, 9. Februar 2016

Arbeit oder: Was dir Geld bringt, das schmeckt dir

Nach einer relativ kurzen Zeit wieder da und diesmal geht es um einen großen Teil meines jetztigen Lebens, nämlich meiner Arbeit. Sie ist einfach da, um meinen Verstand normalen Leuten auszusetzen (zumindest auf regelmäßiger Basis). Gerade ist fast Mittwoch, ich bin leicht angetrunken und jemand, der sich in letzter Zeit in mein Inneres geschlichen hat, werd ich den ganzen nächsten Monat wohl nicht hören dürfen. Da bleibt ja nur mein Teilzeitjob, um innere Ruhe zu bewahren; Kommilitonen regen mich zu schnell auf.

Angefangen hab ich vor fast einem Jahr, so Ende März/Anfang April bei einer Fresskette. Damals wie heute bin ich Lieferant und mann, was das für ein "abwechslungsreicher" Job ist. Ich darf meine Stadt bei allerlei Wetter erfahren. Ich darf allerlei Situationen bei allerlei Kunden sehen: Ich sah nackte Haut, religiöse Extremisten, Normalos, häusliche Gewalt...so gut wie alles eben. Ich wurde zwar erst kürzlich durch einen nackten Transvestiten überrascht, aber hey, damit kann ich von noch weniger überrascht werden.

Das Plus an sich ist das Fahren. Das Gefühl der Straße ist kaum durch etwas anderes zu ersetzen und wenn man sich den eigenen Gedanken ausgesetzt ist, dann kann man herrlich lange und herrlich viel nachdenken. Die Kollegen sind auch ein Plus - wenn man mit jedem OK ist, dann ist das ein deutlicher Gewinn in meinen Augen. Hab anfangs versucht tiefergehende Kontakte zu knüpfen, aber ich hab sowas eh nicht drauf, deswegen bin ich mit dem OK-sein zufrieden. Und früher hatte ich öfters die glorreichen Feierabende, wo ich ordentlich Schotter als Trinkgeld zusammenkratzen konnte; heutzutage sind die Leute ja leider geiziger geworden.

Alles in allem ist dies eine ordentliche Arbeit, die vor allem durch Kunden und Wetter (aktuelles Stichwort ist Sturmböe für einen Rollerfahrer) mies gemacht werden kann oder durch einen zufälligen Unfall (den ich glücklicherweise gut überstanden habe, aber der dennoch psychologisch was bei mir änderte). Gratisessen ist relativ selten für mich drin und zusammenfassend ist dies eine eigentlich recht eintönige Arbeit, aber trotz oder genau deswegen irgendwie mein Fall: Ich muss mein Gehirn nicht überanstrengen (normalerweise zumindest) und es beschäftigt mich einerseits mit mir und andererseits auch nicht. Es ist im Endeffekt eine Hassliebe, die mal Richtung Hass, mal Richtung Liebe - seit dem Anfang allerdings eher ins Kühle abgerutscht ist durch allmögliches Firmendrama und Theater, manchmal täglich. Der WhatsApp-Gruppenchat allein liest sich wie ein Kindergarten und verschafft einem im Extremfall Krebs, aber wenn man sich die Kollegen nur an den eigenen Arbeitstagen hin und wieder und nicht alle auf einmal zurechtlegt, dann kann man mit ihnen leben. OK-Zustand eben.

Und nun, weil ich gerade so cool in der Laune bin, meine relativen X Sachen, die man als Kunde beim Lieferservice nicht tun sollte:

1. Angezogen sein

Exibitionisten sind vielleicht ganz coole Leute und in seinem Zuhause kann jeder so nackt sein wie er möchte, aber verdammt - BITTE ZIEHT EUCH AN WENN JEMAND FREMDES DA IST ! MICH INTERESSIEREN EURE BRÜSTE UND SCHWÄNZE NICHT !

2. Bestellt bitte einmal komplett

Zum Teufel verdammt, wenn ihr hungrig seid, macht keine 3 oder 5 oder auch nur 2 Bestellungen hintereinander am gleichen Tag innerhalb von einer halben Stunde ! Eine große Bestellung ist zwar nervig für Rollerfahrer, weil sie in vielerlei Fällen nicht so recht passen möchte, aber 1 Mal hinzufahren ist weitaus weniger nervig als mehrmals zu fahren.

3. Gehirn beim Bestellen einschalten

Die Speisekarte kennen, genug Bargeld haben (oder sonst bezahlen können) und ansonsten einfach mal Gehirn einschalten. Öfters gibt es kaum Hinweise auf den Aufenthaltsort, es wird sonst wo bestellt und...

4. Stoßzeiten akzeptieren

Ja, DU bist nicht der Einzige, der so zwischen 6 und 8 was haben will. Oder zum Mittagessen. Leider auch nicht kurz vor Mitternacht. Wir sind auch nicht immer 5-6 fahrbereite Leute mit Autos, es sind meistens eher 3 Leute mit Rollern, was vor allem die Geschwindigkeit begrenzt. Aber das zu berücksichtigen ist ja auch zu viel verlangt.

5. Mitternachtsmampfer

Leute, die um die Mitternacht bestellen sind mir einige der unliebsten Menschen überhaupt. Vor allem weil diese meistens 10 Minuten vor Schluss noch was haben wollen und dass am liebsten noch vor Mitternacht vor der Tür.

Mir fehlen gerade bestimmt noch so einige Punkte, aber falls noch was auftaucht, dann kommt das in einer Fortsetzung. Bis dahin versuche ich mich weiterhin über Wasser zu halten. Adios.

Mittwoch, 20. Januar 2016

Auf ein 2016...was auch immer das heißt

Bezüglich meines Lebens bin ich ja letztens recht schreibfaul geworden, liegt vielleicht auch daran, dass sich nicht allzu viel geändert hat.

Studium: Ziehe eisern mein "Einsamer Wolf"-Programm durch. Hab am Anfang noch Leuten Chancen gegeben, aber noch vor Weihnachten hab ich das eingesellt (Gott sei Dank). Seitdem sind alle Komillitonen um einen nur Schatten geworden, bestenfalls Gesichter und Körper...solange ich gegen sie stoße oder diese mich ansprechen wollen wegen Kleinigkeiten. Sonst ist die Uni ja auch nicht mehr als das Mittel zum Zweck - es wird nie mehr gemacht als muss und ich muss bereits jetzt Vorarbeit leisten, damit ich weiterlernen kann. Weiterhin nach Bedarf in zahlreiche Gebäude/Räume gehen und mitten unter Leuten sein, die einem einfach nichts bedeuten. Wo man sich so einsam fühlt wie nirgendwo sonst. Für mehrere Jahre.

Arbeit ist etwas besser...in der Hinsicht, dass es etwas Chemie mit den Kollegen gibt. Außerdem lenkt die Arbeit auch was ab von zahlreichen anderen schwarzen Gedanken im Kopf als nur der Sinnlosigkeit des eigenen Seins. Es hilft einem auch, nicht nur sich selbst, sondern auch noch den Rest zu bespaßen - nicht auf die Clown-Art, mehr der Alltags-Entertainer. Job führt zu Geld, Geld führt zur Zerstreuung.

Die Zerstreuung besteht aus Zocken und Filme gucken. Und eventuell was lesen, wird ja eh empfohlen für den Literatur-Kurs. Bei den ersten zwei Sachen werde ich assistiert von einer einzigen Person, mit der ich mehr oder weniger über alles reden kann - alles was über meiner persönlichen Dunkelzone liegt (so ziemlich der Ort, an dem alle Hoffnungen sterben und nur Dunkelheit regiert). Sie ist auch verantwortlich für spontanes Grinsen und/oder Ideen für meine Buchreihe. Und ich bin ihr unendlich dankbar für ihre Nähe zu mir.

Hab ich was zu 2015 zu sagen ? Ein recht turbulentes Jahr, das mir ein etwas längeres Hoch bescherte (so im Oktober), aber das nun zu einer recht kalten Art meinerseits führte. Wird etwas aus 2016 ? Es wird sicher ein gewisses Zocken geben (also jetzt nicht Spiele), aber das ganze Leben scheint ja kaum mehr zu sein als ein Spiel. Das man ernst nehmen muss. Zumindest zu einem gewissen Grad. Genug Bullshit geschrieben.